Emma und Alice

 

Biographie Alice Schwarzer

Alice Sophie Schwarzer wurde am 3. Dezember 1942 in Wuppertal-Elberfeld geboren. Ihre Mutter war nicht verheiratet und das Kind wuchs bei den Großeltern auf. Nach dem Abschluß der Volksschule geht Alice Schwarzer zur Handelsschule und beginnt danach eine kaufmännische Lehre.
1960 arbeitet Alice Schwarzer als Sekretärin in Düsseldorf, dann in München, wo sie für einen Verlag arbeitet.

Alice SchwarzerDie große Veränderung in dem bisher sehr bürgerlichen Leben kommt 1963. Sie zieht nach Paris und lernt Französisch an der Alliance Francaise und an der Sorbonne - dabei finanziert sie sich die Ausbildung mit Gelegenheitsjobs. Als sie 1966 nach Deutschland zurückkehrt und versucht, an der Journalistenschule angenommen zu werden, misslingt das - stattdessen beginnt sie ein Volontariat bei den "Düsseldorfer Nachrichten". Schon hier beginnt sie mit den für die später so prägenden Themen wie der sozialen Lage weiblicher Teilzeitkräfte oder der gesellschaftlichen Situation lediger Mütter.

Nach einer kurzen Mitarbeit bei der Illustrierten "Modernde Frau" und beim satirischen Magazin "Pardon" kehrt sie 1970 nach Paris zurück. Hier beginnt sie, sich in der Frauenbewegung zu engagieren und gehört bald zum inneren Kreis der feministischen "Mouvement de libération des femmes" (MLF). Sie gilt als links gerichtete, radikale Feministin. In diesem Jahr begegnet Alice Schwarzer auch erstmals Simone de Beauvoir, deren Theorien einen nachhaltigen Einfluß auf sie nehmen und sie zu der Überzeugung bringen, dass es keinen "natürlichen" Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt, sondern nur einen gesellschaftlichen und sozialen. In dieser Zeit beginnt Alice Schwarzer ein Psychologie- und Soziologiestudium an der Pariser Universität Vincennes und arbeitet als freie Korrespondentin.

Furore macht 1971 der Artikel "Ich habe abgetrieben", den sie im Stern veröffentlicht und der den Beginn einer groß angelegten Kampagne gegen den § 218 zur Folge hat - hiermit wird oftmals der Startpunkt für die Frauenbewegung in Deutschland gesehen. Alice Schwarzer engagiert sich nun auch intensiv in Deutschland und nimmt auch 1972 an der Bundesfrauenkonferenz in Frankfurt a. Main teil.

1973 erscheint ihr Buch "Frauenarbeit - Frauenbefreiung".
1974 erhält sie einen Lehrauftrag an der Universität Münster im Fachbereich Soziologie. Ihr Thema ist der "Stellenwert der Sexualität in der Emanzipation der Frau". Im gleichen Jahr schließt sie sich einer Gruppe von Berliner Frauenrechtlerinnen an und organisiert mit ihnen erneut Kampagnen gegen den § 218. Eine von Alice Schwarzer geleitete Panorama-Sendung zu diesem Thema, für die sich Ärzte bereit erklärt hatten, eine neue Abtreibungsmethode zu zeigen, wird abgesetzt - der Vorwurf der Zensur und der Missachtung der Pressefreiheit kommt bei der ARD auf. Die Sendung wird eine Woche später vom NDR und von Radio Bremen ausgestrahlt.

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